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Donnerstag, 25. Juni 2009

2009-06-25 Karlchens Phaenomenologie des Kusses

Zu einer Lieblingsbeschäftigung des Homo-Sapiens gehört bekanntlich die Fortpflanzung und im Weiteren
all jene Rituale, die dieses Vorhaben ausschmücken. Eines davon ist der Austausch von Körperflüssigkeiten über die
obere Mundhöhle, das in Fachkreisen so genannte Oralum.
Dieser überaus aufwendigen und zeitraubenden Prozedur begegnen diese putzigen Kameraden
mit unterschiedlichen Proffesionsgraden. Unerfahrenere Männchen ziehen gerne Karlchens Phänomenologie des Kusses zu Rate,
um keine Schlappen oder peinlichen Ausrutscher zu kassieren.
Jene soll nun an dieser Stelle zum Besten gegeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Dieses herzanrührende Ritual nun vollzieht sich also in folgenden sieben Phasen:

Phase 1: Annäherung
Diejenige Partei, die die Initative ergreift - traditionsgemäss oftmals das Männchen -
beuge seinen Kopf in zweideutiger Hinsicht in Richtung weibliches Individuum.

Dies muss sehr bedacht geschehen, da an dieser Stelle ein eindeutiges Zeichen der Nichtbereitschaft zur Kooperation vom Weibchen ausgesendet werden könnte,
welches das Männchen blitzschnell erkennen und worauf es ebenso schnell reagieren muss:
In diesem fall muss das Männchen in der Lage sein sein Vorhaben aprupt abzubrechen
und mit seinem Bewegungsablauf in eine anderweitige, unkritische Handlung auszuweichen,

wie z.b. eine unmittelbare Ausschüttung seines Mageninhalts über den weiblichen Schoss.
Das Erbrechen wird für gewöhnlich mit einer ähnlichen Neigung des Kopfes eingeleitet.
Die Sauerei die sich dabei über das Weibchen ergiest, die mit Nachdruck erhaltene Ohrfeige
und die unmittelbare Flucht des Weibchens in die Waschküche sind nichts
im Vergleich zu einem abgelehnten Knutschversuch.

Dann

Phase 2: "Manifestierung der kausalen Prädestination" oder "Jetzt wirds eindeutig"
Das Männchen spitzt die obere und untere seiner Labium Oris.

Wenn sie jetzt nicht wegrennt es so gut wie gewonnen

Phase 3: Occursus - Der Kontakt
Dann drückt er sein Oralum mit dem Zustand gespitzter Labium Oris auf dieselbigen seines Versuchskaninchens,
als Variation für erfahrenere Männchen gerne auch mit lasziv sanftem öffnungszustand der beiden Hälften seiner Labium Oris.

Phase 4: Ausharren
Am liebsten würde das Männchen ja seine Lingua auf der Stelle hemmungslos in das Oralum des weibchens reinstecken und wild rumfurwerkeln.
Diesem unbändigem Verlangen, das die sexuelle Potenz des Männchens unterstreicht, ist aber in keinem Falle nachzugeben.
Es wird vom Weibchen gemeinhin als - Anführungszeichen - "unerotisch" empfunden!!!!
Lieber nippe es mit seinen Labium Oris die obere oder untere Labium Oris des Weibchens,
naheliegenderweise aber die obere, um Verrenkungen zu vermeiden.
Zur Abwechslung weicht das Männchen ein Stück zurück, um einen erneuten Angriff zu starten
indem das geschlossene Oralum auf jenes der Dame gepresst wird und dabei unauffällig der Öffnungswinkel ihres Oralums geprüft wird.

Phase 5: Jetzt gehts ab
Nach mehrmaliger Iteration von Phase 4 liegt es im Ermessen des Männchens, ob sich das Oralum der Dame weit genugg geöffnet hat,
um als eindeutige Willenserklärung zur Einleitung von Phase 6 verstanden werden zu können.

Phase 6: Einzug in das Heiligtum
Kurz und schmerzlos: Dass das Männchen - wiederrum die Initiative ergreifend - steckt seine Lingua in das Cavum Oris des Weibchens rein.


Phase 7: Kartografierung der oberen Körperhöhlen.
Die sensorischen Eigenschaften der männlichen Lingua werden nun dazu gebraucht, wichtige Fakten,
wie Anzahl und Fäulnisszustand von Zähnen, Speichelkonsistenz bzw. Wasserfüllstand des Weibchens, Plombenanzahl,
Art und Beschaffenheit von Essensresten der letzten Mahlzeit usw zu sammeln.
Daraus können wichtige Informationen wie Essgewohnheiten oder Hygiene und schliesslich Qualität des Erbguts abgeleitet werden.
Alles wird peinlichst genau dokumentiert und später mit früheren Aufzeichnungen anderer Kandidatinen verglichen, systematisch analysiert und ausgewertet.
Ziel dieses Vorauswahlverfahrens besteht nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, ein Kriterium zur Publikation der männlichen Samenzellen zu treffen.
(Gelehrte streiten sich darüber ob ein solches Kriterium ausserhalb der theoretischen Denkbarkeit überhaubt existiert.)
Nein, es dient vielmehr dazu, dem Männchen Gelegenheit zu geben, seine überaus scharfsinnigen und beachtenswerten Fähigkeiten in analytischem Denken
und zielgerichteter Vorgehensweise unter Beweis zu stellen, was Teil des wohl bekannten Heimwerkertriebes ist, der an anderer Stelle dokumentiert ist.

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